Metaverse: Ein erster Eindruck

1995 bereits hat Nintendo mit dem Virtual Boy einen ersten Schritt gewagt, die Spieler in eine virtuelle Realität eintauchen zu lassen – und ist leider kläglich daran gescheitert. Mit der Oculus Quest (jetzt Meta) ist nun eine preislich massentaugliche Virtual Reality Brille auf dem Markt, die das Thema Metaverse einen neuen Schub verleihen könnte. Ich habe mir vor ein paar Monaten selbst eine Oculus Quest 2 zugelegt und möchte im Folgenden 3 ( für den Business Alltag) spannende Metaverse Apps vorstellen.

Metaverse ist aktuell noch ein sehr weit gefächerter Begriff. Es existiert (noch) nicht DIE eine Metaverse-App, in der sich alles abspielt. Im Quest Store tummeln sich aber viele nützliche und kostenlose Apps, bei denen sich ein zweiter Blick definitiv lohnt.
Leider ist meine heiß erwartete „Mesh“ App seitens Microsoft noch nicht für die Quest freigegeben. Update folgt, sobald sich das ändert 🙂

  • Multiverse
    Über diese App könnte man wahrscheinlich ganze Bücher schreiben. Sie ist so vielseitig und spannend, das ich selbst nach Stunden noch neue Orte und Welten entdecke. Multiverse stammt aus den Federn der Firma „Future Tech Labs“ und wird in einigen VR Foren stark gehyped.
    Um in der App zu starten reicht aktuell der mit der Oculus/Meta verknüpfte Account. In der Lobby existieren dann Portale, die zu den einzelnen Welten führen. Da die App durch die Community und Entwickler im ständigen Wandel ist, entdeckt man eigentlich bei fast jedem Start etwas neues. Hebt man die reale Hand, taucht auf dem virtuellen Handrücken ein kleiner Navigator auf, der einen eine Übersicht der Hauptwelten gibt. Mit einem Klick kann man sich direkt dort hin portieren.
Übersicht der vorhandenen Räume

Im Business Kontext lohnen sich vor allem die Welten:
– Campus
– Business Park
– Infiniverse

Wer sich für NFTs (non-fungible Token) interessiert, wird im Multiverse nicht um die „Infiniverse“ Welt kommen. Zum einen tummeln sich hier bereits viele kleine Firmen, aber auch teilweise Großkonzerne und TV Sendungen, die Waren und Shows anbieten.
Aber man kann sich auch selbst am Wachstum der Skyline der Stadt beteiligen.

Ein Blick auf die Wolkenkratzer der Infiniverse

Wie? Indem man sich ein eigenes Appartement kauft. Die Preise variieren dabei stark nach Lage des Wolkenkratzers und Bekanntheit der App. Bezahlen lässt es sich schnell und bequem mit der eigens definierten Zahlmethode der VR-Brille.
Es sei hier aber zu erwähnen, dass die App und somit die darin befindlichen Appartements jederzeit verschwinden können. Auch eine Wertsteigerung ist nicht garantiert. Investitionen sollten daher gut überlegt sein.

Mein erstes gekauftes Appartement
  • Horizon Workrooms
    Horizon stammt von Meta (oder Facebook) und zeigt für mich sehr schön auf, wie gemeinsames Arbeiten innerhalb der virtuellen Realität funktionieren kann.
    Um mit Workrooms starten zu können, bedarf es erstmal einiges an Vorbereitung:
    Handtracking: Die Gestikensteuerung spielt eine große Rolle und muss konfiguriert und aktiviert sein.
    Tisch: Im besten Fall sitzt man vor einem ausreichend großen Tisch. Dieser wird dann virtuell „nachgezeichnet“.
    Workrooms.com Konto: Dies muss über den Browser passieren
    Headset koppeln: Hierzu wird der Browser und die VR-Brille benötigt. Erfordert leider eine Codeeingabe, bei der man die Brille immer mal wieder ab- und aufsetzen muss
    Avatar Erstellung: Mit dem in der App befindlichen Avatar Editor kann man sich voll austoben
    Tastatur koppeln: Um später gleichzeitig mit der virtuellen und realen Tastatur zu arbeiten, muss diese gekoppelt werden. Dies hat mit Mac sehr gut funktioniert.

    Sobald diese Schritte passiert sind und man sich in den ersten Workroom eingeklinkt hat, kann es auch schon losgehen.
    Ich habe mir im folgenden Beispiel meinen Bildschirm geteilt und mich virtuell durch mein Photoshop geklickt.
Virtueller Arbeitsplatz mit Photoshop

In der App habe ich auch zum ersten Mal die Gestensteuerung benutzt. Die Abläufe waren intuitiv und haben ohne Probleme funktioniert. Hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Gestensteuerung innerhalb der App

Der eigentliche Nutzen dieser App wird aber nicht auf den virtuellen Einzelarbeitsplatz liegen. Das ist eher eine nice-to-have Spielerei. Das spannende sind die gemeinsamen Meetings zusammen mit den Kollegen. Vor allem im Homeoffice ist das eine super Abwechslung zu den Standardmeetings Teams. Vor allem bei Monologen neigt man zu Hause gerne dazu, den Blick oder die Gedanken abzuschweifen. Das beugt meiner Meinung nach das virtuelle Treffen komplett vor.
Man sollte aber beim Teilen von Dokumenten und Präsentationen immer im Hinterkopf behalten, wer hinter der Entwicklung von Horizon Workrooms steckt. Meta/Facebook und dessen Datenschutzrichtlinien. Hier könnte mit Mesh bald eine sehr gute Alternative auf den Markt kommen.

  • AltspaceVR
    AltVR gehört seit 2017 zu Microsoft und ist wohl die VR App, die mir in den letzten Wochen den größten WOW-Effekt gebracht hat.
    Man kann sich mit seinem (wahrscheinlich eh schon) vorhandenen Microsoft Account anmelden und direkt mit der Avatar Konfiguration loslegen. Hier kann man seiner Kreativität vollen Lauf lassen und sich auch mal neu erfinden.
    Im Startbildschirm tauchen auch direkt die ersten Events auf. Hier ist von Autopräsentationen, zu Gottesdiensten und einfachen Treffen am Lagerfeuer alles dabei.
Eventübersicht

Die App ist perfekt für Meetings, die zum gemeinsamen Austausch und Kennenlernen dienen sollen. Über AltVR lassen sich eigene Räume und Szenerien bauen, die mittels Code geschützt und per Einladung an die gewünschten Personen verteilt werden kann. Ein DJ kann eingebunden und die After Show Party einheizen. Auch kann mal der ein oder andere Drink oder Laserschwert durch die Luft fliegen 🙂
Die Treffen sollten natürlich auch mit dem ein oder anderen Selfie festgehalten werden!

Selfie mit Andreas und DJ


Fazit
Dies war definitiv nur ein sehr kleiner Einblick in die Welt von Metaverse und deren Möglichkeiten. In Zeiten von Dauerhomeoffice und Work-from-anywhere sollte der soziale Aspekt im Business nicht in den Hintergrund rücken. Die tausendste Townhall oder Geschäftsführerpräsentation kann neu aufgelebt werden.
Virtuelle Realität und Metaverse steckt noch in einer Nische, die man nicht unterschätzen sollte. Der Markt wächst und das Zubehör wird immer preiswerter. Ausprobieren lohnt sich!

Published by Sabrina Göttlinger

IT-Projectmanager with passion/ Student / M365 Enthusiast
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